CO2-Vermeidungspotential beim Einsatz von Maßnahmen industrieller Nachfrageflexibilität
- Der Industriesektor nimmt aufgrund seiner hohen Stromnachfrage eine zentrale Rolle für eine erfolgreiche Gestaltung der Energiewende ein. Maßnahmen der industriellen Nachfrageflexibilität sind hierbei ein essentieller Baustein im zukünftigen Stromsystem aus volatilen Erzeugern. Während die Energiewende das Ziel einer CO2-Reduzierung verfolgt, liegt der Fokus bisheriger Potentialanalysen zu industrieller Nachfrageflexibilität auf energetischen Größen zu Leistung und Arbeit. In den vorliegenden Forschungsarbeiten wird das CO2-Vermeidungspotential industrieller Flexibilitätsmaßnahmen ausgehend von gegebenen technischen Potentialgrößen anhand einer geeigneten Methodik ermittelt. Die CO2-Reduzierung industrieller Flexibilitätsmaßnahmen ergibt sich dabei aus der Verschiebung von Arbeit aus Zeiträumern einer CO2-intensiven Stromerzeugung in Zeiträume niedriger spezifischer CO2-Emissionen. Ausgehend von einer Potentialerhebung zu insgesamt 36 Flexibilitätsmaßnahmen aus 20 Branchen im Rahmen des Kopernikus-Projekts SynErgie wurde mit Hilfe einer ¼-stündlichen Modellierung möglicher CO2-Einsparungen ein CO2-Vermeidungspotential industrieller Nachfrageflexibilität für den gegenwärtigen Strommix in Höhe von ca. 700.000 t CO2 ermittelt. Unter Betrachtung zukünftiger Strommix-Szenarien steigt das CO2-Vermeidungspotential industrieller Nachfrageflexibilität bis zum Jahr 2030 zunächst an. Bis zum Jahr 2050 ist dieses hingegen moderat rückläufig. Erst bei einer abgeschlossenen Dekarbonisierung der Stromerzeugung ist ein Einbruch des CO2-Vermeidungspotentials zu beobachten. Als wesentliche Ursache des auch zukünftig stabilen CO2-Vermeidungspotentials industrieller Nachfrageflexibilität wird eine zunehmende Bedeutung von Emissionsspitzen aufgrund verbleibender fossiler Kraftwerke identifiziert. Es liegt daher nahe, dass insbesondere Lastverzicht (industrieller) Flexibilitätsmaßnahmen zur CO2-Reduzierung im zukünftigen Energiesystem eine wichtige Rolle zuteilwird.
Verfasserangaben: | Bastian Zachmann, Stefan Seifermann |
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URN: | urn:nbn:de:bsz:953-opus-3514 |
Dokumentart: | Konferenzveröffentlichung |
Sprache: | Deutsch |
Jahr der Fertigstellung: | 2021 |
Beteiligte Körperschaft: | 12. Internationale Energiewirtschaftstagung an der TU Wien (IEWT 2021) |
Datum der Freischaltung: | 14.10.2024 |
Freies Schlagwort / Tag: | CO2-Vermeidung; Nachfrageflexibilität Demand-Response; Demand-Side-Management |
GND-Schlagwort: | Industrie |
Seitenzahl: | 21 |
Erste Seite: | 1 |
Letzte Seite: | 21 |
Fakultäten / Einrichtungen: | Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen |
DDC-Sachgruppen: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften |
Zugriffsrecht: | Frei zugänglich |
Lizenz (Deutsch): | Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International |